Winterlicher Landschaftspflegeeinsatz im Naturschutzgebiet „Charlottenhofer Weihergebiet“
Der Forstbetrieb Burglengenfeld der Bayerischen Staatsforsten nutzte die kurzen winterlichen Bedingungen mit tragfähigem Eis im südlichen Charlottenhofer Weihergebiet für eine nicht alltägliche Naturschutzmaßnahme auf staatseigenen Flächen: Bevorzugte Brutinseln der koloniebrütenden Lachmöwen wurden rechtzeitig vor der Heimkehr der Vögel aus ihren südlichen Überwinterungsgebieten wieder instandgesetzt. Hierfür wurde zu dichter Gehölzaufwuchs zurückgenommen, um wieder Platz für die hoffentlich zahlreichen Möwengelege zu schaffen.
Lachmöwen waren bis in die 1990er Jahre sehr häufig als Brutvögel im Gebiet anzutreffen. Seitdem konnten dort nur noch sehr wenige Brutversuche dieser charakteristischen an Fluss- und Teichlandschaften gebundenen Möwe registriert werden.
Auch der mit der Lachmöwe in guter Nachbarschaft lebende Schwarzhalstaucher ist mit den Möwen aus dem Gebiet verschwunden. Durch strukturverbessernde Maßnahmen kehren nun seit etwa drei Jahren aber wieder immer mehr Möwen in ihre angestammten Brutreviere zurück. Mit ein wenig Glück und Durchhaltevermögen bei den Schutzbemühungen besteht durchaus Hoffnung, dass auch der bayernweit sehr selten gewordene Schwarzhalstaucher zurückkommt.
Unter der Leitung von Forstwirtschaftsmeister Michael Fischer setzten Auszubildende und Praktikanten des Forstbetriebs Burglengenfeld die gemeinsam mit Experten der Regierung der Oberpfalz als höhere Naturschutzbehörde und Teichwirt Hermann Heberlein geplanten Maßnahmen vor Ort um.
Forstbetriebsleiter Hans Mages: „In der nachhaltigen Flächenbewirtschaftung ist die Ökologie eine tragende Säule und daher auch wichtiger Bestandteil der forstlichen Ausbildung. Mit der Umsetzung dieser Naturschutzmaßnahme können unsere Azubis auf diesem Gebiet wertvolle praktische Erfahrungen sammeln.“
Wolfgang Nerb, Regierung der Oberpfalz: „Verantwortliche aus Forst- und Teichwirtschaft tragen im Charlottenhofer Weihergebiet gemeinsam mit behördlichen Naturschutzfachleuten und Naturparkmitarbeitern zum Erhalt der biologischen Vielfalt unserer Heimat bei – ein Projekt mit überregionalem Vorzeigecharakter, das begeistert!“

